Vorwort von Herausgeber und Chirurg Dr. Georg Lexer

drlexer 01drlexer 02Meine Geschichte beginnt am Weißensee in Kärnten. Dort war mein Großvater Georg Lexer als Gendarm im nahen Ort Greifenburg tätig. Immer wieder nahm er seine Kinder, darunter auch meinen Vater, auf seine Inspektionsgänge mit. Während sie im schneereichen Winter mit Langlaufskiern über den zugefrorenen Weißensee fuhren, erzählte er von seinen Erlebnissen im Ersten Weltkrieg. 1917 war der Großvater an der südlichen Isonzo- Front stationiert und bekam am Lago di Doberdo bei Duino einen Streifschuss am Kopf ab. Zur Genesung kam er ins Lazarett bei Duino, wo er sich erholte. Als Kind wuchs mein Großvater eher in armen Verhältnissen im Lesachtal auf und musste auf vieles verzichten. In Italien kam er das erste Mal mit dem mediterranen Lebensstil in Kontakt – trotz des schrecklichen Krieges. Er war fasziniert vom Klima und der mediterranen Lebensweise. Diese drlexer 03Erzählungen beeindruckten meinen Vater so sehr, dass er viele Jahre später genau dort, wo die Isonzo-Front auf das Meer trifft, ein kleines Ferienhaus kaufte. Fortan spielte der mediterrane Lebensstil in unserer Familie eine größere Rolle. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass der mediterrane Lebensstil allgemein wesentlich gesünder ist und das Herz schont. Das lag daran, dass im Süden einfach viel mehr Gemüse, Obst und Fisch gegessen wurde.
Als Vollblutchirurg und Mediziner aus Leidenschaft habe ich mich viele Jahre intensiv mit dem gesundheitsfördernden Lebensstil auseinandergesetzt. Ich habe unzählige Krebsoperationen durchgeführt, stundenlange Gespräche mit Patienten geführt und mir Forschungsergebnisse aus der ganzen Welt angesehen – mit einem Ziel: Ich wollte wissen, wie können die Menschen den Krebs besiegen oder diesem sogar vorbeugen. Und das Ganze mit Mehrwert und Wertschätzung gegenüber sich selbst, den anderen und der Natur. Dabei wurde mir klar: Es geht nicht immer nur um die Überlebensrate, sondern in erster Linie auch um das Wohlbefinden und die Lebensfülle. In diesem Sinne stehen wir nicht mit erhobenem Zeigefinger da oder stellen strikte Regeln auf. Wir möchten Ihnen in diesem Buch einfach ein paar individuelle Anregungen für einen gesundheitsfördernden Lebensstil auf den Weg geben.
drlexer 04Jene, die bei diesem Buch mitmachten, trafen sich in Duino, um gemeinsam mit Einheimischen regionale Lebensmittel zu verkosten und über einen gesundheitsfördernden Lebensstil zu sprechen. Wir stellen Ihnen unterschiedliche Produzenten aus ganz Kärnten vor, welche die Philosophie von „Essen voll Wert“ bewusst und unbewusst leben. Sie dienen als Beispiele und Inspirationsquelle. Dazu finden Sie neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und fundierte medizinische Erklärungen, aufbereitet von mir. Ergänzt werden diese durch die naturmedizinischen Ausführungen von Peter Puschnik-Maurer. Einen Einblick in die praktische Umsetzung des gesundheitsfördernden Lebensstils zeigt Andrea Unterguggenberger, die ihren elterlichen Hof im Lesachtal ganz auf diese Philosophie ausrichtet. Unser Anliegen ist es auch, die wertvollen Schätze unseres Landes, unserer Natur und des Lesachtals als einen besonderen Ort der Kraft sichtbar und nutzbar zu machen. Denn unsere Geschmackszellen werden durch Zucker, der süchtig macht, und drlexer 05Geschmacksverstärker überlagert, sodass viele Aromen und Geschmacksstoffe nicht mehr wahrgenommen werden. Auf der anderen Seite sind wir heute in der Lage, das Nahrungsmittelendprodukt auf fast alle krebsfördernden Stoffe (Pilze, Parasiten, Bakterien, Schwermetalle, Fettsäuremuster, Antibiotika, Pflanzenschutzmittelrückstände, Überzuckerung) und krebshemmenden Substanzen zu untersuchen. So weiß ich auch, wie das Nahrungsmittel hergestellt wurde. Die Politik sollte mehr die analytischen Untersuchungen in den Lebensmitteluntersuchungsanstalten fördern. Nur durch diese Untersuchungen wissen wir Bescheid, ob alles so ist, wie es sein sollte. Wir wollen wieder zurück zur Natur und unsere Gesundheit mit Genuss erhalten.
lexerkunst1Als Titelbild haben wir uns für ein Ölgemälde von Professor Karlheinz Simonitsch entschieden. Es zeigt nicht nur eine wunderschöne Landschaft und die Natur in ihrer vollen Pracht, sondern es sind darauf auch sämtliche Antioxidantien (Radikalfänger) an ihren Farben zu erkennen. Die Radikalfänger sind im menschlichen Körper für Zellschutz und „Reparaturarbeiten“ zuständig und verhindern unter anderem die Entstehung von Krebs. Die Farben der Antioxidantien gleichen den dunklen Schwarzbeeren, roten Preiselbeeren, gelben Kürbissen, orangen Zitrusfrüchten oder blauen Trauben. In der Natur entstehen diese Farbstoffe durch die Sonne und wir nehmen diese Radikalfänger über das Auge und die Nahrung auf. Das Bild hat für uns daher einen starken Symbolcharakter. Es ist warm, energiegeladen, kraftvoll und soll zu einem gesundheitsfördernden Lebensstil animieren. Kommen Sie mit auf eine Reise nach innen. Haben Sie den Mut und sensibilisieren Sie wieder Ihren Geschmack. Halten Sie inne, verlangsamen Sie die Zeit und gewinnen Sie an Lebensfülle. Berühren und genießen Sie das Leben!

Zum Abschluss steht eine große Herausforderung an, gesundheitsfördernde Nahrungsmittel zum Kunden zu bringen. Diesbezüglich arbeiten wir mit DI Gregor Tschurtschenthaler, Uni Warwick, einem Logistikspezialisten mit Erfahrung, zusammen.

Dr. Georg Lexer